Risikomanagement im Trading: die Grundlagen in 5 Regeln
Risikomanagement entscheidet, ob dein Konto eine Verlustserie übersteht. Dieser Artikel erklärt die fünf Regeln, mit denen du Verluste klein hältst, und zeigt, warum sie wichtiger sind als jeder Einstieg.
Das Wichtigste in Kürze
- Risikomanagement legt fest, wie viel du pro Trade, pro Tag und insgesamt verlieren darfst.
- Üblich ist ein Risiko von höchstens 1 Prozent des Kontos pro Trade.
- Je größer ein Verlust, desto überproportional mehr Gewinn brauchst du, um ihn aufzuholen.
Was Risikomanagement bedeutet
Risikomanagement ist die Summe aller Regeln, die deine Verluste begrenzen. Es beantwortet drei Fragen, bevor du einen Trade eröffnest: Wo steige ich aus, wenn ich falschliege? Wie viel Geld kostet mich das? Und wie groß darf die Position deshalb sein?
Warum Risikomanagement wichtiger ist als der Einstieg
Verluste und Gewinne sind nicht symmetrisch. Wer die Hälfte seines Kontos verliert, muss das verbleibende Geld verdoppeln, um wieder am Start zu stehen.
| Verlust | Nötiger Gewinn zum Ausgleich |
|---|---|
| 10 % | 11 % |
| 20 % | 25 % |
| 30 % | 43 % |
| 50 % | 100 % |
| 70 % | 233 % |
Eine Strategie mit guten Einstiegen hilft nicht, wenn eine normale Verlustserie das Konto halbiert. Verlustserien gehören zu jeder Strategie. Bei einer Trefferquote von 50 Prozent sind sieben oder acht Verluste in Folge über ein paar hundert Trades nichts Ungewöhnliches.
Die fünf Regeln
1. Riskiere pro Trade höchstens 1 Prozent
Bei einem Konto von 5.000 Euro sind das 50 Euro. Nach zehn Verlusten in Folge hast du dann knapp 10 Prozent verloren und kannst normal weiterhandeln.
2. Setze bei jedem Trade einen Stopp
Der Stopp steht fest, bevor du einsteigst, und er liegt an einer Stelle, an der deine Idee nachweislich falsch war. Er wird danach nicht weiter weggeschoben.
3. Berechne die Positionsgröße aus dem Stopp
Erst kommt der Stopp, dann die Größe. Ein weiter Stopp bedeutet eine kleinere Position. Wie das geht, steht im Artikel Positionsgröße berechnen, oder du nutzt direkt den Risikorechner.
4. Achte auf das Verhältnis von Chance zu Risiko
Wenn dein Ziel doppelt so weit entfernt ist wie dein Stopp, reicht rechnerisch eine Trefferquote von gut einem Drittel. Liegt das Ziel näher als der Stopp, musst du deutlich öfter recht haben.
5. Lege ein Tageslimit fest
Nach zwei oder drei Verlusten an einem Tag ist Schluss. Die meisten großen Verlusttage entstehen nicht durch den ersten Verlust, sondern durch den Versuch, ihn sofort zurückzuholen.
Häufige Fragen zum Risikomanagement
Wie viel Prozent sollte man pro Trade riskieren?
Für die meisten privaten Trader sind 0,5 bis 1 Prozent des Kontos sinnvoll. Damit übersteht das Konto auch eine lange Verlustserie.
Was ist das Chance-Risiko-Verhältnis?
Es vergleicht den möglichen Gewinn eines Trades mit dem möglichen Verlust. Bei einem Verhältnis von 2 zu 1 ist das Ziel doppelt so weit vom Einstieg entfernt wie der Stopp.
Brauche ich bei kleinen Konten auch Risikomanagement?
Gerade dann. Ein kleines Konto ist mit zu großen Positionen in wenigen Tagen leer.
Fazit in drei Punkten
- Risikomanagement entscheidet darüber, ob du lange genug im Markt bleibst, um zu lernen.
- Stopp, Risiko in Prozent und Positionsgröße stehen vor jedem Einstieg fest.
- Ein Tageslimit schützt dich vor dem teuersten Fehler: Verlusten hinterherzuhandeln.
Wie das im laufenden Markt aussieht, zeige ich zweimal die Woche live. Echtes Konto, ungeschnitten, mit Gewinnen und Verlusten.
Zur Selfmade-Trader-CommunityRisikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und mit dem hohen Risiko verbunden, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Teil der Privatanlegerkonten verliert beim Handel mit CFDs Geld. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige. Dies ist keine Anlageberatung.