Was ist ein Indikator im Trading? Arten, Nutzen und Grenzen
Indikatoren rechnen aus Kurs und Volumen eine Linie oder einen Wert, der den Chart leichter lesbar machen soll. Hier lernst du die vier Arten kennen und erfährst, was Indikatoren können und was nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Indikator ist eine Formel, die vergangene Kurse umrechnet und im Chart anzeigt.
- Es gibt vier Gruppen: Trend, Momentum, Volatilität und Volumen.
- Indikatoren zeigen, was war. Sie sagen nicht voraus, was kommt.
Was ein Indikator ist
Ein technischer Indikator nimmt die Kursdaten eines Marktes, also Eröffnung, Hoch, Tief, Schluss und manchmal das Volumen, und berechnet daraus einen neuen Wert. Dieser Wert wird als Linie im Chart oder in einem eigenen Fenster darunter gezeichnet.
Das Ziel ist, eine Eigenschaft des Marktes sichtbar zu machen, die man im reinen Kursverlauf schwer erkennt: die Richtung, das Tempo oder die Schwankungsbreite.
Der interaktive Chart kommt von TradingView. Erst wenn du auf den Knopf klickst, werden Daten von dort geladen.
Die vier Arten von Indikatoren
Trendindikatoren
Sie zeigen die Richtung des Marktes. Der bekannteste ist der gleitende Durchschnitt, der den Mittelwert der letzten Kerzen bildet. Auch der MACD gehört in diese Gruppe.
Momentum-Indikatoren
Sie messen, wie schnell sich der Kurs bewegt. Beispiele sind der RSI und der Stochastik-Indikator. Sie schwanken meist zwischen festen Grenzen, etwa 0 und 100.
Volatilitätsindikatoren
Sie zeigen, wie stark der Markt schwankt. Die Bollinger-Bänder legen einen Kanal um den Kurs, die ATR gibt die durchschnittliche Spanne einer Kerze an. Die ATR hilft dabei, den Stopp-Abstand an den Markt anzupassen.
Volumenindikatoren
Sie werten aus, wie viel gehandelt wurde. Dazu zählen das Volumenprofil und der VWAP, der volumengewichtete Durchschnittspreis des Tages.
Was Indikatoren nicht können
Jeder Indikator rechnet mit Kursen, die schon vorbei sind. Er läuft dem Markt deshalb hinterher. Ein Signal entsteht erst, nachdem sich der Kurs bewegt hat.
Mehrere Indikatoren derselben Gruppe bringen kaum zusätzliche Information. RSI und Stochastik zeigen fast dasselbe. Wer fünf Indikatoren übereinanderlegt, sieht nicht mehr, sondern wartet nur länger auf ein Signal.
So setzt du Indikatoren sinnvoll ein
- Nimm höchstens einen Indikator pro Gruppe.
- Lege vorher fest, was genau ein Signal ist. „Sieht gut aus“ ist keine Regel.
- Prüfe die Regel an mindestens 100 Trades, bevor du echtes Geld einsetzt.
- Rechne Spread und Gebühren immer mit ein.
Häufige Fragen zu Indikatoren
Welcher Indikator ist der beste?
Den einen besten gibt es nicht. Ein Trendindikator hilft im Trend und versagt in der Seitwärtsphase, bei einem Momentum-Indikator ist es umgekehrt. Entscheidend ist, ob deine Regel im Test über viele Trades ein positives Ergebnis liefert.
Kann man ohne Indikatoren traden?
Ja. Viele Trader arbeiten nur mit dem Kursverlauf, mit Hochs und Tiefs sowie mit Unterstützung und Widerstand. Das nennt man Price Action.
Wie viele Indikatoren sollte man verwenden?
Ein bis drei reichen. Jeder weitere macht den Chart unübersichtlicher und verzögert die Entscheidung.
Fazit in drei Punkten
- Indikatoren machen Richtung, Tempo, Schwankung oder Volumen sichtbar.
- Sie beruhen auf vergangenen Kursen und laufen dem Markt hinterher.
- Ein Indikator ist erst dann nützlich, wenn eine klare, getestete Regel dahintersteht.
Wie das im laufenden Markt aussieht, zeige ich zweimal die Woche live. Echtes Konto, ungeschnitten, mit Gewinnen und Verlusten.
Zur Selfmade-Trader-CommunityRisikohinweis: CFDs sind komplexe Instrumente und mit dem hohen Risiko verbunden, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Teil der Privatanlegerkonten verliert beim Handel mit CFDs Geld. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige. Dies ist keine Anlageberatung.